Sponsorensuche

Sponsoren finden für den Sportverein: Der 7-Schritte-Plan für Breitensportvereine

Von Marco Castro · · 8 Min. Lesezeit

Die meisten Breitensportvereine suchen Sponsoren so: Ein Vorstandsmitglied ruft im Sommer zehn Firmen an, die es persönlich kennt. Zwei sagen zu, acht nie wieder etwas. Das ist keine Sponsorensuche, das ist Zufall. Dieser Leitfaden zeigt den Ablauf, mit dem Sponsoring planbar wird.

1. Bestandsaufnahme: Was hat Ihr Verein wirklich zu bieten?

Bevor Sie eine einzige Firma ansprechen, brauchen Sie Zahlen. Mitgliederzahl, Anzahl Teams, Zuschauer pro Heimspiel, Reichweite auf Instagram und Facebook, Besucher der Vereinswebsite, Teilnehmende an Ihrem Turnier oder Vereinsfest. Diese Zahlen sind Ihr Inventar – ohne sie verhandeln Sie im Blindflug.

Rechnen Sie zusammen, wie viele Kontakte ein Sponsor über eine Saison erreicht: Trikots, Bandenwerbung, Matchprogramm, Social Posts, Newsletter, Anlässe. Eine realistische Kontaktzahl ist überzeugender als jedes Adjektiv.

2. Sponsoring-Assets definieren statt Werbeflächen verkaufen

Ein Sponsor kauft selten eine Bande. Er kauft Sichtbarkeit bei einer klar umrissenen lokalen Zielgruppe, Zugang zu Menschen und die Verbindung mit einem sympathischen Verein. Formulieren Sie Ihre Angebote deshalb als Nutzen, nicht als Fläche.

  • Sichtbarkeit: Trikot, Aufwärmshirt, Bande, Plakat, Matchprogramm
  • Digital: Instagram-Beiträge, Story-Serien, Website-Logo, Newsletter
  • Zugang: VIP-Plätze, Sponsorenabend, Firmenturnier, Netzwerkanlass
  • Personal: Ihr Verein als Kanal für Lehrstellen- und Stellenausschreibungen
  • Emotion: Nachwuchsförderung, Integration, Gesundheit in der Gemeinde

3. Drei Paketstufen bauen

Vereine, die keine Pakete haben, bekommen Beträge zugeworfen. Vereine mit Paketen bekommen Entscheidungen. Bewährt hat sich eine Struktur mit drei Stufen – zum Beispiel CHF 500, CHF 1'500 und CHF 5'000 pro Saison – bei der die mittlere Stufe das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zeigt.

Wichtig: Jede Stufe enthält alles aus der darunterliegenden plus zwei bis drei zusätzliche, klar benannte Gegenleistungen. Keine offenen Formulierungen wie 'nach Absprache'.

4. Die Kandidatenliste: 20 passende Firmen statt 200 zufällige

Eine gute Longlist ist regional und begründet. Suchen Sie Firmen im Einzugsgebiet Ihres Vereins, die zu Ihrer Mitgliederstruktur passen: Baugewerbe, Garagen, Sanitär und Heizung, Immobilien, Banken und Versicherungen mit lokaler Geschäftsstelle, Gesundheitsdienstleister, Gastronomie, regionale Detailhändler.

Notieren Sie zu jeder Firma den konkreten Ansprechpartner mit Namen. Eine E-Mail an info@ landet im Nichts. Nutzen Sie dafür Firmenwebsites, LinkedIn und – am wirkungsvollsten – die Mitgliederliste Ihres eigenen Vereins.

5. Die Erstansprache

Der wirksamste Weg ist der kurze Anruf mit dem Ziel eines 20-Minuten-Termins, gefolgt von einer E-Mail mit der Sponsoring-Mappe im Anhang. Nicht umgekehrt. Sprechen Sie in den ersten zwei Sätzen über den Nutzen für die Firma, nicht über Ihr Loch in der Kasse.

Ein Beispiel: 'Wir erreichen mit unseren neun Teams rund 400 Familien in der Gemeinde. Ich zeige Ihnen in 20 Minuten, wie Ihre Firma dort sichtbar wird.' Das ist etwas anderes als 'Wir suchen Unterstützung'.

6. Das Gespräch und der Abschluss

Im Termin führen Sie durch die Mappe, fragen nach den Zielen der Firma – Bekanntheit, Personalgewinnung, Kundenbindung – und schlagen dann die passende Paketstufe vor. Legen Sie eine einfache, einseitige Sponsoringvereinbarung mit Laufzeit, Leistungen, Betrag und Kündigungsfrist bereit.

Streben Sie Verträge über zwei bis drei Saisons an. Mehrjährigkeit ist der grösste Hebel für planbare Einnahmen und spart Ihnen jedes Jahr die Neuakquise.

7. Betreuung: Der Teil, den fast alle Vereine auslassen

Sponsoren springen selten wegen des Preises ab, sondern weil sie nach der Zahlung nichts mehr hören. Ein kurzer Sponsorenreport am Saisonende mit Fotos, erreichten Kontaktzahlen und Social-Media-Zahlen kostet zwei Stunden Arbeit und ist das beste Verlängerungsargument, das es gibt.

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