Sponsoring-Partnerschaft
Was Unternehmen von einem Sponsoring erwarten – und wie Vereine darauf eingehen
Von Marco Castro · · 8 Min. Lesezeit
Viele Vereine gehen davon aus, dass Unternehmen beim Sponsoring vor allem eines wollen: ihr Logo möglichst gross sehen. Manchmal stimmt das. Oft geht es aber um ganz andere Dinge, etwa um Lernende, um Kundenbeziehungen oder schlicht darum, im Dorf etwas zurückzugeben. Wer diese Ziele kennt und darauf eingeht, führt bessere Gespräche und hält Partner länger.
Nicht jedes Unternehmen sucht Sichtbarkeit
Es gibt nicht «das Unternehmen». Eine Inhaberin einer Schreinerei mit acht Mitarbeitenden denkt anders als die Marketingleiterin einer Regionalbank. Die eine will vielleicht einen Verein unterstützen, in dem ihre Kinder spielen, die andere braucht ein Engagement, das zur Strategie der Bank passt.
Deshalb gilt: Ziele lassen sich nicht vermuten, sie müssen im Gespräch geklärt werden. Die folgenden Ziele sind häufig, aber keine vollständige Liste.
Mögliche Ziele von Unternehmen
Regionale Bekanntheit
Neue oder kleinere Betriebe wollen in der Region bekannter werden. Hier helfen Präsenz an Heimspielen, Anlässen und auf den Kanälen des Vereins.
Kundengewinnung
Manche Firmen möchten direkt neue Kundschaft gewinnen, etwa ein Sportgeschäft oder ein Restaurant. Aktionen für Mitglieder sind hier wirkungsvoller als ein Logo.
Recruiting und Arbeitgeberimage
Viele Betriebe suchen Lernende und Fachkräfte. Ein Verein mit vielen Jugendlichen und Eltern ist ein direkter Zugang zu diesen Menschen.
Netzwerken
Für Treuhänder, Versicherungen oder Handwerker sind persönliche Kontakte wichtig. Sponsorenanlässe und Vereinsfeste bieten dafür Gelegenheit.
Nachwuchs- und Breitensportförderung
Einige Unternehmen wollen bewusst Kinder und Jugendliche fördern. Ihnen ist wichtig zu sehen, wofür das Geld eingesetzt wird.
Lokale Verbundenheit
Gerade Familienbetriebe engagieren sich, weil sie seit Generationen im Ort verwurzelt sind. Hier zählt Wertschätzung mehr als Kennzahlen.
Ziel, Leistung, Aktivierung und Messgrösse
Die folgende Tabelle zeigt, wie Sie ein Ziel in ein konkretes Angebot übersetzen können. Sie ist als Denkhilfe gedacht, nicht als feste Regel.
| Unternehmensziel | Passende Vereinsleistung | Mögliche Aktivierung | Sinnvolle Messgrösse |
|---|---|---|---|
| Regionale Bekanntheit | Bande, Matchblatt, Website | Vorstellung des Betriebs auf Instagram | Umgesetzte Beiträge, Reichweite |
| Kundengewinnung | Zugang zu Mitgliedern und Eltern | Gutschein oder Rabatt für Mitglieder | Eingelöste Gutscheine |
| Recruiting | Juniorenteams, Elternabende | Lehrstellen-Infoabend im Clubhaus | Teilnehmende, Bewerbungen |
| Netzwerken | Sponsorenanlass, VIP-Bereich | Partnerapéro nach einem Heimspiel | Teilnehmende Partner |
| Nachwuchsförderung | Juniorenabteilung | Finanzierung von Material oder Trainingslager | Anzahl geförderter Kinder, Fotos, Bericht |
| Lokale Verbundenheit | Vereinsfest, Dorfanlass | Gemeinsamer Helfereinsatz | Rückmeldungen, Teilnahme |
Gute Fragen für das erste Gespräch
Ein erstes Gespräch sollte mehr Fragen als Präsentation enthalten. Diese Fragen helfen:
- Was möchten Sie in den nächsten ein bis zwei Jahren in der Region erreichen?
- Wen möchten Sie erreichen: Kundschaft, Mitarbeitende, Geschäftspartner?
- Haben Sie schon Sponsoring gemacht? Was hat gut funktioniert, was nicht?
- Woran würden Sie nach einer Saison merken, dass sich die Partnerschaft gelohnt hat?
- Wer kümmert sich bei Ihnen um die Partnerschaft und wie möchten Sie informiert werden?
Gegenleistungen zuverlässig umsetzen und dokumentieren
Das grösste Risiko einer Partnerschaft ist nicht die Absage, sondern das Vergessen. Wenn versprochene Beiträge nicht erscheinen oder die Bande erst im Oktober hängt, ist das Vertrauen schnell weg.
- Alle zugesagten Leistungen in einer einfachen Liste mit Termin und Verantwortlichen festhalten
- Jede umgesetzte Leistung mit Foto, Link oder Screenshot belegen
- Den Partner bei wichtigen Momenten informieren, etwa wenn die Trikots ankommen
- Am Saisonende einen kurzen Bericht schicken
Mehr als eine Rechnung und ein Logo
Eine Partnerschaft lebt vom Kontakt. Laden Sie Ihre Partner an ein Heimspiel ein, schicken Sie ein Foto vom Juniorenturnier, gratulieren Sie zum Firmenjubiläum. Solche Gesten kosten wenig und zeigen, dass Sie den Partner als Menschen sehen und nicht nur als Geldgeber.
Viele Partnerschaften werden nicht wegen Zahlen verlängert, sondern weil die Zusammenarbeit angenehm und verlässlich war.
Nächster Schritt
Nehmen Sie die Fragenliste in Ihr nächstes Sponsorengespräch mit. Wenn Sie Unterstützung bei der Vorbereitung von Gesprächen und Angeboten möchten, begleitet Three Eleven Vereine dabei.
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