Sponsoring-Konzept

Sponsoringmappe für den Sportverein erstellen: Was wirklich hineingehört

Von Marco Castro · · 9 Min. Lesezeit

Fast jeder Verein hat irgendwo eine Sponsoringmappe. Oft ist sie ein paar Jahre alt, enthält die ganze Vereinsgeschichte und endet mit einer Preisliste für Banden. Eine gute Mappe ist etwas anderes: Sie zeigt einem Unternehmen in wenigen Minuten, wer Sie sind, wen Sie erreichen und was eine Partnerschaft konkret bringt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was hineingehört und was Sie getrost weglassen können.

Sponsoringmappe, Sponsoringkonzept und Angebot: der Unterschied

Die drei Begriffe werden oft vermischt. Dabei haben sie unterschiedliche Aufgaben.

  • Sponsoringkonzept: das interne Arbeitspapier. Es klärt Ziele, Zielbetrag, Angebote, Preise, Zuständigkeiten und Betreuung. Es ist für den Vorstand gedacht.
  • Sponsoringmappe: die Unterlage für Unternehmen. Sie stellt den Verein vor und zeigt die möglichen Partnerschaften. Sie ist ein Türöffner, kein Vertrag.
  • Konkretes Angebot: ein kurzes Dokument nach dem Gespräch, zugeschnitten auf eine Firma, mit Leistungen, Laufzeit und Betrag.

Der sinnvolle Aufbau einer Sponsoringmappe

Eine Mappe muss nicht lang sein. Acht bis zwölf Seiten reichen in den meisten Fällen. Jede Seite sollte eine klare Aufgabe haben.

Titelblatt

Vereinslogo, ein gutes Foto aus dem Vereinsleben und ein Satz, der zeigt, worum es geht. Zum Beispiel: «Partnerschaften mit dem TV Beispielwil – Sport für 300 Kinder und Erwachsene aus der Region».

Vereinsprofil

Eine Seite reicht: Sportarten, Teams, Mitglieder, Einzugsgebiet, Anlage. Die Gründungsgeschichte kann ein Satz sein, nicht drei Seiten.

Zielgruppe und Reichweite

Wen erreichen Sie? Mitglieder, Eltern, Zuschauer, Besucher von Anlässen, Follower. Das ist für Unternehmen die wichtigste Seite.

Werte und Engagement

Nachwuchsarbeit, Integration, Gesundheit, ehrenamtliche Arbeit. Zeigen Sie konkret, was Sie tun, statt allgemeine Werte aufzuzählen.

Partnerschaftsmöglichkeiten

Ihre Angebote, verständlich beschrieben, mit Gegenleistungen und Laufzeit. Mehr dazu weiter unten.

Kontakt

Name, Funktion, Telefonnummer und E-Mail einer konkreten Person. Keine allgemeine Vereinsadresse.

Kennzahlen und Nachweise: ehrlich statt geschönt

Unternehmen wollen Zahlen sehen, aber nur solche, die stimmen. Erfundene oder grob aufgerundete Werte fallen spätestens nach der ersten Saison auf und kosten Vertrauen.

Nutzen Sie, was Sie belegen können: die Mitgliederliste, Zuschauerzahlen, die Sie an einigen Heimspielen gezählt haben, Teilnehmerlisten von Turnieren, Statistiken aus Instagram oder der Website. Schreiben Sie dazu, woher die Zahl stammt und aus welchem Zeitraum, zum Beispiel «Durchschnitt aus 8 gezählten Heimspielen, Saison 2025/26».

  • Anzahl Mitglieder, davon Junioren
  • Anzahl Teams und Trainingseinheiten pro Woche
  • Gezählte Zuschauer an Heimspielen
  • Besucher an Turnieren und Vereinsanlässen
  • Follower und durchschnittliche Reichweite pro Beitrag
  • Wohnorte der Mitglieder als Hinweis auf das Einzugsgebiet

Lokale Verankerung verständlich darstellen

Ihr grösster Vorteil gegenüber Werbung in Zeitung oder Internet ist die Nähe. Zeigen Sie diese Nähe. Eine kleine Karte mit den Wohnorten der Mitglieder sagt mehr als ein langer Text. Nennen Sie Ihre Anlässe mit Datum und ungefährer Besucherzahl.

Beispiel: Ein Volleyballclub beschreibt sein Pfingstturnier mit 40 Teams, rund 600 Besuchern an zwei Tagen und Festbetrieb. Ein Getränkehändler oder eine Garage versteht sofort, was das bedeutet.

Sponsoringangebote konkret formulieren

Vage Angebote wie «Werbung nach Absprache» schrecken ab. Beschreiben Sie, was genau passiert, wie oft und wie lange.

Statt «Präsenz auf Social Media» schreiben Sie: «Vier Beiträge pro Saison auf Instagram mit Vorstellung Ihres Betriebs, dazu Ihr Logo auf allen Matchankündigungen». Statt «Bandenwerbung» schreiben Sie: «Bande 3 x 1 Meter an der Längsseite des Hauptplatzes, sichtbar an rund 15 Heimspielen pro Saison».

Ob Sie in der Mappe Preise nennen, ist eine Abwägung. Viele Vereine zeigen die Pakete mit Richtpreisen und passen das konkrete Angebot nach dem Gespräch an.

Warum dieselbe Mappe nicht an jedes Unternehmen gehen sollte

Eine Regionalbank, ein Coiffeursalon und ein Baugeschäft haben unterschiedliche Ziele. Die Grundmappe darf gleich sein, aber ein bis zwei Seiten sollten Sie anpassen: eine persönliche Einleitung und eine Auswahl der Angebote, die zur Firma passen.

Das braucht pro Firma vielleicht zwanzig Minuten. Diese Zeit lohnt sich, weil die Firma merkt, dass Sie sich mit ihr beschäftigt haben.

Beispielhafte Gliederung

SeiteInhalt
1Titelblatt mit Foto und Kernsatz
2Persönliche Einleitung (pro Firma angepasst)
3Vereinsprofil in Zahlen
4Zielgruppe, Einzugsgebiet und Reichweite
5Nachwuchs, Anlässe und Engagement
6–7Partnerschaftsmöglichkeiten mit Gegenleistungen
8Bestehende Partner (nur mit deren Einverständnis)
9Kontaktperson und nächster Schritt

Häufige Fehler

  • Zu viel Vereinsgeschichte, zu wenig über die Zielgruppe
  • Unklare Gegenleistungen ohne Mengen oder Laufzeit
  • Unpersönliche Massenversände mit derselben Mappe
  • Fehlende oder allgemeine Kontaktangaben
  • Veraltete Fotos, Zahlen und Teams
  • Riesige PDF-Dateien, die im Posteingang hängen bleiben

Checkliste für Ihre Sponsoringmappe

  • Hat die Mappe höchstens zwölf Seiten?
  • Sind alle Zahlen aktuell und mit Quelle oder Zeitraum versehen?
  • Sind die Angebote konkret beschrieben?
  • Gibt es eine Seite, die Sie pro Firma anpassen?
  • Steht eine konkrete Kontaktperson mit Telefonnummer drin?
  • Ist die Datei kleiner als rund 5 MB?

Nächster Schritt

Nehmen Sie Ihre bestehende Mappe zur Hand und prüfen Sie sie mit der Checkliste. Oft reichen ein paar Stunden Arbeit, damit sie deutlich klarer wird. Wenn Sie lieber mit Unterstützung starten, erstellt Three Eleven mit Ihnen Sponsoringkonzept und Unterlagen.

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