Sponsoring-Konzept

Sponsoringpakete für Sportvereine: Angebote entwickeln, die zu Unternehmen passen

Von Marco Castro · · 9 Min. Lesezeit

Gold, Silber, Bronze. So sehen die Sponsoringangebote vieler Vereine aus. Das ist einfach, aber selten das, was ein Unternehmen wirklich braucht. Eine Garage, die Mechaniker sucht, hat andere Ziele als eine Bäckerei, die neue Kundschaft im Quartier gewinnen will. In diesem Beitrag zeige ich, wie Sie Sponsoringpakete entwickeln, die auf echten Leistungen beruhen und sich an die Ziele von Unternehmen anpassen lassen.

Warum Logo-Flächen und starre Pakete oft zu kurz greifen

Ein Logo auf der Bande ist sichtbar, aber es erzählt nichts. Viele Unternehmen merken nach einer Saison nicht, was ihnen das Engagement gebracht hat. Dann wird bei der Verlängerung gekürzt.

Starre Pakete haben ein zweites Problem: Sie zwingen jedes Unternehmen in dieselbe Form. Wer nur an Recruiting interessiert ist, zahlt im Silberpaket für Leistungen, die er nicht braucht, und bekommt die nicht, die ihm wichtig wären.

Pakete sind trotzdem sinnvoll, als Orientierung und Gesprächsgrundlage. Entscheidend ist, dass sie flexibel bleiben.

Schritt 1: Ihre Leistungen und Rechte erfassen

Bevor Sie Pakete schnüren, brauchen Sie eine vollständige Liste dessen, was Ihr Verein überhaupt anbieten kann. Gehen Sie dafür mit dem Vorstand einmal alles durch.

  • Flächen: Trikots, Trainingsanzüge, Banden, Anzeigetafel, Matchblatt, Vereinsbus
  • Digitale Kanäle: Website, Instagram, Facebook, Newsletter, Vereinsapp
  • Anlässe: Turniere, Vereinsfest, Saisoneröffnung, Generalversammlung
  • Nachwuchs: Juniorenteams, Trainingslager, Juniorentag
  • Menschen: Mitglieder als mögliche Kundschaft und Mitarbeitende
  • Rechte: Namensrechte an einem Turnier, offizieller Partner einer Kategorie

Schritt 2: Die Ziele von Unternehmen berücksichtigen

Unternehmen engagieren sich aus unterschiedlichen Gründen. Welche Gründe bei einer Firma zählen, erfahren Sie nur im Gespräch. Typische Ziele sind:

  • Bekanntheit in der Region
  • Regionale Präsenz und Nähe zur Kundschaft
  • Recruiting von Lernenden und Fachkräften
  • Pflege von Kundenbeziehungen
  • Förderung des Nachwuchses
  • Gesellschaftliches Engagement in der Gemeinde

Schritt 3: Paketstufen als Grundgerüst

Drei Stufen haben sich als Gerüst bewährt. Die Namen sind zweitrangig. Wichtig ist, dass jede Stufe klar beschrieben ist.

Basispartner

Für kleinere Betriebe, die den Verein unterstützen und sichtbar sein wollen. Zum Beispiel Logo auf der Website, Nennung im Matchblatt und ein Vorstellungsbeitrag auf Instagram pro Saison.

Partner

Für Firmen mit einem klaren Ziel. Zum Beispiel Bande am Hauptplatz, mehrere Beiträge pro Saison, Einladung zum Sponsorenanlass und eine Aktivierung wie ein Gutschein für Mitglieder.

Hauptpartner

Für ein bis zwei Unternehmen, die eng mit dem Verein verbunden sein wollen. Zum Beispiel Trikotwerbung der ersten Mannschaft, Namensrecht an einem Turnier und gemeinsame Aktionen über die ganze Saison.

Individuelle Aktivierungen

Ergänzend zu jeder Stufe: ein Firmenturnier, ein Lehrstellen-Infoabend im Clubhaus, ein Mitarbeitendentag beim Juniorenturnier. Solche Aktivierungen machen ein Sponsoring erst lebendig.

Mögliche Gegenleistungen im Überblick

  • Bandenwerbung an Heimspielen
  • Trikotwerbung bei einem Team oder Juniorenteam
  • Logo und Firmenporträt auf der Website
  • Beiträge auf Social Media, etwa eine Vorstellung des Betriebs
  • Präsenz an Turnieren und Vereinsanlässen
  • Juniorenförderung, etwa die Finanzierung von Trainingsmaterial
  • Mitarbeitenden-Aktivitäten wie Firmenturnier oder Helfereinsatz

Preise nachvollziehbar kalkulieren

Für Sponsoring im Schweizer Breitensport gibt es keine verbindlichen Marktpreise. Vorsicht also bei Aussagen wie «eine Bande kostet üblicherweise…». Besser ist ein Vorgehen, das Sie jedem Unternehmen erklären können.

  • Kosten: Was kosten Sie Herstellung, Druck und Aufwand für eine Leistung?
  • Reichweite: Wie viele Menschen sehen die Leistung über eine Saison?
  • Exklusivität: Gibt es die Leistung nur einmal, etwa die Trikotbrust?
  • Aufwand: Wie viel ehrenamtliche Zeit braucht die Umsetzung?
  • Vergleich: Was verlangen Vereine ähnlicher Grösse in Ihrer Region? Fragen Sie nach, statt zu schätzen.

Beispieltabelle: Paket, Leistung, Ziel und Messgrösse

Die folgenden Beträge sind rein hypothetische Beispiele für einen fiktiven Verein. Sie sind kein Schweizer Marktstandard und müssen für jeden Verein selbst kalkuliert werden.

Hypothetisches Beispiel, keine Marktpreise
Paket (Beispielbetrag)Mögliche LeistungZiel des UnternehmensMögliche Messgrösse
Basispartner (z. B. CHF 500)Website-Logo, Matchblatt, 1 Instagram-BeitragLokale SichtbarkeitUmgesetzte Leistungen, Reichweite des Beitrags
Partner (z. B. CHF 1'500)Bande, 3 Beiträge, Gutschein für MitgliederNeue KundschaftEingelöste Gutscheine
Hauptpartner (z. B. CHF 5'000)Trikot, Turnier-Namensrecht, gemeinsame AktionenBekanntheit und ImageBesucher am Turnier, Rückmeldungen
Aktivierung (z. B. CHF 800)Lehrstellen-Infoabend im ClubhausRecruitingTeilnehmende, eingegangene Bewerbungen

Angebote an konkrete Ziele anpassen

Nehmen wir an, ein Elektroinstallateur sucht zwei Lernende. Statt des Partnerpakets mit Bande schlagen Sie vor: Trikotwerbung bei den B-Junioren, ein Infoabend im Clubhaus und zwei Beiträge auf Instagram, in denen Lernende aus dem Betrieb vorgestellt werden. Der Betrag kann gleich sein, aber das Angebot spricht das echte Ziel an.

So wird das Paket zur Grundlage, und das Gespräch macht daraus eine Partnerschaft.

Nächster Schritt

Erstellen Sie die Liste Ihrer Leistungen. Sie wird die Basis für jedes Paket und jedes Gespräch. Wenn Sie dabei Unterstützung wünschen, entwickelt Three Eleven gemeinsam mit Ihrem Vorstand passende Sponsoringpakete.

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